„Ich bin ein leidenschaftlicher Wasserrutschen-Fan!“

Heute waren wir mit der „It’s Your Choice“-Tour am Gymnasium Bornbrook. Ca. 250 Schüler nahmen an der Veranstaltung teil, der Diskussionsbedarf zum Thema Olympia 2024 war auch an der restlichen Schule zu spüren. Nicht-wahlberechtige Schüler bekundeten bereits im Vorfeld der Veranstaltung ihr Interesse. Die großzügige Gestaltung des Foyers lud vorbeigehende Lehrer und Schüler dazu ein, am Gespräch zwischen Schülern und Politikern teilzunehmen.

Eine Frage, die alle Schüler beschäftigte, wurde gleich zu Anfang gestellt: „Welche positiven Auswirkungen hat Olympia auf uns?“ Jakub Woznik (Vertreter der SPD-Fraktion) verweist auf ausgebaute Infrastrukturen, neue Wohnungen, das große Olympiastadion und die Schwimmhalle, die nach den Spielen auch der Öffentlichkeit zu Verfügung gestellt wird: „Ich weiß ja nicht, wie ihr das seht, aber ich für meinen Teil bin ein leidenschaftlicher Wasserrutschen-Fan!“ Olaf Duge (Die Grünen) fügt hinzu: „Nutzen kann man nicht in Zahlen ausdrücken, aber vor allem durch die Paralympischen Spiele können wir uns für einen besseren Umgang mit Menschen, die körperlich eingeschränkter sind, einsetzen. Hamburg kann sich als internationale, offene Stadt präsentieren.“

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Auch die Finanzierung von Olympia wurde von den Schülern kritisch hinterfragt: „Wie wollen Sie sichergehen, dass Hamburg nicht mehr bezahlen muss, als geplant?“ Detlef Ehlebracht (AfD- Fraktion) gab zu, keine klare Antwort auf die Frage zu haben, verwies aber auf die Aussage von Bürgermeister Olaf Scholz, nach der Hamburg nicht mehr als 1,2 Milliarden zahlen würde. Jakub Wozniak (Vertreter der SPD-Fraktion) und Olaf Duge (Die Grünen) fügten hinzu, dass es bei Olympia im Gegensatz zur Elbphilharmonie eine sichere, gründlichere Planung und eine eingeplante Preissteigerung gebe: „Als man die Elbphilharmonie in Auftrag gegeben hat, wusste man noch gar nicht richtig, was man bauen soll. Eine katastrophale Planung, aus der wir Konsequenzen gezogen haben.“ Risikofaktoren seien im Finanzierungsplan für Olympia eingeplant. Heike Sudmann (Fraktion Die Linke) sieht eine vorausschauende Planung jedoch als nicht ausreichend an: „Das hat noch keine Stadt geschafft. Überall sind die Olympischen Spiele im Durchschnitt 100% teurer geworden.“ Horst Domnick von STOP Olympia zitierte flankierend dazu ein aktuelles Positionspapier von Wissenschaftlern verschiedener Fakultäten. Olaf Duge (Die Grünen) merkte zum Thema Finanzen noch an: „Diese Gelder, die hier zur Verfügung gestellt werden, kommen erst nach Hamburg, wenn wir Olympia wirklich durchführen. Wenn wir Olympia nicht machen, dann gehen die Gelder woanders hin.“

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Auch der 29. November kam zur Sprache, Detlef Ehlebracht (AfD-Fraktion) würde das Referendum gerne verschieben. Es gäbe keine Frist, keinen Vertrag und keinen vernünftigen Grund, das Referendum so früh stattfinden zu lassen: „Die Bürger müssen voll und ganz über das Thema informiert sein. Sonst hat ein Referendum keinen Sinn.“

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