Next Stop: Wolmirstedt

Nächster Halt: Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasium in Wolmirstedt. Mit 100 teilnehmenden Schülern war es eine der größten Veranstaltungen der Ist Your Choice Tour in Sachsen-Anhalt. Mit Gästen aus der Linksjugend, Grünen Jugend, der Jungen Union und den Jusos ging es wieder einmal zunächst in Kleingruppen und anschließend in die Podiumsdiskussion. Dieses Mal zeigten die Schülerinnen und Schüler besonders großes Interesse an der aktuellen Flüchtlingssituation und ließen es sich nicht nehmen, die Jung-Politiker mit Fragen zu löchern.

„Sie sprechen von menschenwürdigem Abschieben. Wie soll das denn aussehen?“ Mit unter anderem solchen Fragen mussten die jungen Politiker umgehen zu wissen.Die direkten Rückfragen aus dem Publikum brachten Sie allerdings kaum ins Schwitzen. Die Fragen konnten fast immer souverän beantwortet werden, auch wenn es dadurch schon einmal zu Reibungen zwischen den Podiumssprechern kommen konnte. Doch so zeigten sich lediglich einmal mehr die Standpunkte der verschiedenen Gäste.

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„Wir haben genug Wohnungen in Sachsen-Anhalt, die leer stehen, in denen Menschen untergebracht werden können. Jeder, dem eine Wohnung gehört, hat ein Interesse daran, dass Menschen darin wohnen und Mieten erzielt werden können. Wenn der jetzt sagt: nein, da sollen keine Flüchtlinge drin wohnen, dann müssen wir gegen den Willen des Eigentümers handeln. “So kommentierte Chris Scheunchen von der Linksjugend den aktuellen Zustand des Wohnungsmarktes in Zusammenhang mit der Flüchtlingssituation.

Das sorgte für heftigen Widerstand von Frank Wyszkowski von der Jungen Union. Er kommentierte Chris’ Aussage mit „Das hatten wir schon mal in der DDR, das wollen wir nicht nochmal!“.

Christian Franke von der Grünen Jugend fügte hinzu, dass die zahlreichen leerstehenden Wohnungen wohl auch ohne Zwang für die Flüchtlinge genutzt werden können. Denn viele Vermieter seien froh darüber, ihre Wohnungen vergeben zu können, da sie schließlich auch Miete bekommen würden.

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Doch nicht nur zum Thema der Flüchtlingssituation wurde diskutiert. Ein anderes aktuelles Anliegen in Sachsen-Anhalt ist die Einführung der Gleichstellung von der gleichgeschlechtlichen Ehe. Erneut scheiden sich die Geister. Steht die Homo-Ehe als die Ehe zweiter Klasse da? Inwiefern lassen sich christliche Werte im Kontext der Homo-Ehe unterbringen?

In diesem Punkt gehen teilweise sogar die Meinungen des einzelnen Stellvertreter mit den Grundsätzen ihrer Partei auseinander.Ein Lehrer für Religion wirft dazu eine an Frank von der Jungen Union, der eben nicht ganz hinter dem Meinungsbild seiner Partei steht, gerichtete Frage ein.

„Mich interessiert, warum Sie, wenn Sie Probleme mit der christlichen Einstellung Ihrer Partei haben, nicht einfach austreten. Die Schüler hier haben ein Recht und ein Interesse zu erfahren, wie die Politik mit solchen Irrungen [zur Homoehe] umgeht und welche Lösungen sie anbietet.“

Als Abschlusskommentar heißt es von Christian von der Grünen Jugend: „Ehe zwischen zwei Menschen kann kein Geschlecht kennen. Liebe ist Liebe und Ehe ist Ehe“.