Olympia – Chance oder Gefahr?

Wohnungsbau, Mietpreise, soziale Projekte – das beschäftigte die 150 Schülerinnen und Schüler am Dienstag in der Stadtteilschule Mitte. Die vier Podiumsgäste gaben sich große Mühe, alle Fragen zufriedenstellend zu beantworten.

Dramatisch begann das Eingangsstatement der Fraktion Die Linke: „Olympia ist eine Gefahr für uns alle!“ Das reichte den Schülern allerdings nicht, konkrete Zahlen, Fakten und Beweise wurden gefordert. 

Zahlreiche Fragen zu den Themen Wohnungsbau und Mietpreise wurden gestellt. Unter anderem stand die Frage nach dem Zusammenhang von Olympia und dem Bau von Wohnungen im Raum. Bijan Tavassoli (Vertreter der Fraktion Die Linke) war diesbezüglich der Meinung, Olympia sei nicht notwendig, um die Stadt positiv zu verändern. Carl-Philipp Schöpe (Vertreter der SPD-Fraktion) entgegnete darauf: „Wir bekommen für Olympia Geld für den Wohnungsbau, das wir sonst nicht haben würden. Olympia ist eine große Chance für Hamburg.“ Benjamin Welling (CDU-Fraktion) ergänzte: „Wir wollen eine Sportstadt Hamburg bauen. Mehr Wohnungen, mehr U-Bahnen, mehr S-Bahnen, das ist ein direkter Mehrwert für euch.“

Beharrlich stellten die Schüler Fragen zur aktuellen Flüchtlingssituation: „Wie können wir bei der aktuellen Flüchtlingssituation 11 Milliarden Euro für Olympia zum Fenster rauswerfen?“ „Die 11,2 Milliarden Euro sollte man lieber in soziale Projekte oder Bildung stecken. Wozu brauchen wir ein dreiwöchiges Fest?“ Während Carola Ensslen (STOP Olympia) ihre Zustimmung zum Ausdruck bringt, betont Carl-Philipp Schöpe, es mangele nicht an Geld, sondern an Flächen und Wohnungen und man solle die Dinge nicht gegeneinander aufrechnen. Olympia brächte immerhin Arbeitsplätze und eine große Zahl neuer Sozialwohnungen im Zentrum der Stadt.

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Zusätzlich stand die Frage im Raum, warum das Referendum jetzt schon gemacht würde, an einem Zeitpunkt, an dem noch gar nicht klar ist, wie viel Geld Hamburg am Ende zahlen muss. Carl-Philipp Schöpe (SPD-Fraktion) verwies hier auf den finanziellen Aspekt: „Je später das Referendum, desto mehr Geld ist schon in das Projekt geflossen. Wir sollten entscheiden, solange wir noch Kontrolle über die Kosten haben.“

Um anwesenden hörgeschädigten Schülerinnen und Schülern eine Teilnahme an der Diskussion zu ermöglichen, wurde das Podium mit speziellen Mikrofonen ausgestattet, die je nur einen Redebeitrag gleichzeitig zuließen und direkt mit Hörhilfen einzelner Schüler verbunden waren.